Struktur des Begleitprogramms EAPPI

Das EAPPI ist mit Teams in sechs Ortschaften im Westjordanland und in Ostjerusalem präsent. Jedes Team besteht aus vier bis fünf BegleiterInnen, die 23- bis ca. 75-jährig sein können und von über 20 Ländern aus der ganzen Welt kommen. Unsere Partnerorganisation vor Ort stellt die Teams vor ihrer Ankunft zusammen.

Etwa alle drei Monate kommt eine neue Begleitgruppe – ca. 30 Personen – im Feld an. In der ersten Woche wird sie von unserer Partnerorganisation in Jerusalem ausgebildet und sie bekommt eine Einführung durch die Freiwilligen an ihrem jeweiligen Einsatz-Ort, wo sie ihre Kontaktpersonen und ihre spezifischen Aufgaben kennen lernen.

Einsatzorte

Die Beobachterinnen und Beobachter werden in folgenden Gemeinden und Städten eingesetzt – mit unterschiedlichen Aufgaben:

 

Jerusalem

Wir sind an Checkpoints schützend präsent, indem wir beobachten und dokumentieren. Wir unterstützen lokale Gruppen bei ihren Demonstrationen, z. B. die „Frauen in Schwarz“ und die „Rabbis für Menschenrechte“ in ihrem Zelt in Silwan, die gegen Haus-Zerstörungen protestieren und gegen Ausgrabungen, die eine extremistische Rechtsaussen-Organisation unter dem Dorf und unter dem Tempelberg vornimmt. Das Jerusalem-Team ist ebenso in Beduinen-Lagern am Stadtrand und in einem Flüchtlingslager präsent.

 

Bethlehem

Beim Bethlehem-Checkpoint (genannt Gilo oder 300) passieren jeden Morgen etwa 3'500 Personen, um im Gebiet Jerusalem zu arbeiten. Das Team ist 3-4-mal pro Woche zwischen 4:30 und 8:00 Uhr präsent, um die Öffnungszeiten zu überprüfen, die Probleme zu erfassen und manchmal direkt oder mit Hilfe anderer Organisationen zu intervenieren. Zudem besuchen sie Familien und umliegende Dörfer, die stark betroffen sind durch die Mauer / den Zaun und begleiten ihren gewaltfreien Widerstand. Sie sind mit etwa 15 Kirchgemeinden vernetzt und mit 9 christlichen Organisationen. 

 

Hebron

Die Freiwilligen begleiten die palästinensischen Kinder zur Cordoba-Schule, wozu wir Siedlungen passieren, wo Siedler die Schulkinder regelmässig belästigen. Sie stehen an Checkpoints der israelischen Armee, um möglichst zu gewährleisten, dass die Kinder ohne Probleme durchgelassen werden. Bis der Unterricht vorbei ist, besuchen sie das Zentrum der Altstadt, um die Einheimischen moralisch darin unterstützen, so weit wie möglich ein normales Leben zu führen. Ebenso besuchen sie Gemeinden in den Hügeln südlich von Hebron, wo die Beduininnen und Beduinen viele Drohungen von Siedlern erhalten und ihr Land an die israelische Armee und die illegal erbauten Siedlungen verlieren. Sie sind in Kontakt mit vielen Menschen-rechtsorganisationen, um Informationen auszutauschen und ein starkes Netzwerk zu knüpfen.

 

Tulkarem

Der Nordwesten des Westjordanlands ist stark betroffen von der Trennmauer: Viele palästinensische Bauernfamilien haben ihr Land auf der anderen Seite der Mauer. Um dorthin zu gelangen, müssen sie eine spezielle Erlaubnis von der israelischen Verwaltung erhalten, was sehr schwierig ist. Die Freiwilligen von EAPPI sind regelmässig anwesend bei den landwirtschaftlichen Toren in der Mauer, um zu sehen, ob die offiziellen Öffnungszeiten eingehalten werden. Sie besuchen regelmässig rund 50 Dörfer in der Region und stehen in engem Kontakt mit lokalen NGOs. Sie sind in zwei Beduinen-Dörfer präsent, wenn dort die mobile Klinik der Palestinian Medical Relief Society zu Besuch kommt. Die Gastfreundschaft der Palästinenserinnen und Palästinenser ist enorm, und Freiwillige werden oft zu Kaffee oder Tee und einem Schwatz eingeladen. 

 

Jericho (Jordan Valley)

Das Jericho-Placement wurde 2014 eröffnet. Das erste Team war vor allem damit beschäftigt, das Programm in der Region bekannt zu machen und Kontakt zu den Döfern und Beduinengemeinschaften herzustellen. Das Jordan Valley ist dank seiner Wasservorkomnisse unverzichtbar für die Schaffung eines palästinensischen Staates. Trotzdem erhält diese Region viel weniger mediale Aufmerksamkeit als zum Beispiel Jerusalem. Deshalb ist die Informationsbeschaffung und die Advocay-Arbeit prioritär für das Jordan-Valley-Team.

 

Yanoun


Mit etwa 80 Einwohnerinnen und Einwohnern ist Yanoun der kleinste Einsatz-Ort. Die meisten von ihnen sind Bauern und leben in ärmlichen Verhältnissen. Seit es 2003 jüdischen Siedlern fast gelungen ist, das ganze Dorf zu vertreiben, sind internationale Beobachterinnen und Beobachter anwesend. Diese 24-Stunden-Präsenz stellt sicher, dass die Dorfbewohner ein Minimum ihres Landes benützen können. Dennoch verlieren sie immer mehr Äcker. Die EAPPI-Freiwilligen sind sehr willkommen und haben die Gelegenheit, das Leben in einer sehr ländlichen palästinensischen Region mit zu bekommen. Nebst täglichen Patrouillen in und um Yanoun herum besucht das Team die abgeschnittene Stadt Nablus und begleitet die Schülerinnen und Schüler von drei Schulen auf ihrem Weg.

 

Yatta

Jeden Sonntagmorgen zwischen 4 und 7 Uhr sind Freiwillige am am Meitar-Checkpoint präsent und zählt die Anzahl Leute gezählt, die ihn passieren bzw. versuchen herauszufinden, weshalb sie zurückgewiesen werden. Zweimal wöchentlich werden die SchülerInnen von A Seefer und Birin auf ihrem Schulweg begleitet. Regelmässig übernachten die Freiwilligen in zwei Dörfern, die in der sogenannten "Firing Zone 198" liegen. Ebenfalls am Sonntag sind sie an "Landaktionen" präsent.

 

 

 
 

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