Situation in Honduras

Fakten und Daten zu Honduras

Geographische Lage: Zentralamerika, mit Küste am Atlantik (Karibi) und Pazifik. Grenzt im Norden/Osten an Guatemala, im Süden an Nicaragua, im Süden/Westen an El Salvador.

EinwohnerInnen: 8.1 Millionen

Fläche: 112‘000 km2

63% der Bevölkerung leben unter der Armutsgrenze.

12% der Bevölkerung können nicht lesen und schreiben; an öffentlichen Schulen gibt es nur für rund 30% der Kinder einen Platz.

23% der Kinder unter 5 Jahren leiden an Unter- oder Fehlernährung.

90% der Gewalttaten werden nicht aufgeklärt.

97% der Gewalttaten an Frauen werden nicht aufgeklärt.

Alle 18 Stunden wird in Honduras ein Mensch ermordet.

Schätzungsweise 70% der Drogenflüsse von Süd- nach Nordamerika werden über die Atlantikküste von Honduras abgewickelt.

(Quelle: UNO, Weltbank, Statistisches Amt Honduras / Zusammenstellung von Lola Sánchez, spanische EU-Abgeordnete, Wahlbeobachterin in Honduras 2017)

 

Kontext Honduras

Honduras ist geprägt von Armut, Ungleichheit und einem eklatanten Mangel an Sicherheit für die Menschen. Dazu kommen Korruption und eine erschreckende Straflosigkeit. Auch die herrschende Rechtsunsicherheit wirkt sich auf die Menschen und die Gesellschaft verheerend aus; während einige wenige mit der Ausbeutung der natürlichen Ressourcen das grosse Geld machen, werden bäuerlichen und/oder indigenen Gemeinschaften ihre Lebensgrundlagen entzogen. Seit dem Putsch im Jahr 2009 lebt das Land in einer politischen Krise. Nach den Wahlen von November 2017 ist die Regierung von Juan Orlando Hernández im Januar für eine zweite Amtszeit vereidigt worden. Nur durch Manipulation der Verfassung in der ersten Amtszeit konnte er sich überhaupt zur Wiederwahl stellen, und die Ereignisse vor, während und nach dem Wahlgang lassen groben Wahlbetrug vermuten. Hernández regiert lediglich dank der Kontrolle über Militär und Polizei. Die Situation in Honduras bleibt äusserst gespannt, es herrschen tiefe Gräben zwischen Regierung und Zivilgesellschaft.

 

Besonders exponierte Südregion am Golf von Fonseca, Pazifikküste

Der Süden mit den Departementen Valle und Choluteca am Golf von Fonseca ist besonders exponiert. Hier will die honduranische Regierung eine sogenannte Sonderentwicklungszone einrichten, einen extraterritorialen Raum, in welchem nationale Gesetze kaum gelten und ideale Bedingungen für Auslandsinvestitionen herrschen sollen. Zahlreiche Projekte sind bereits geplant; von der ansässigen Bevölkerung wird erwartet, dass sie das Feld räumt und/oder sich als Arbeitskraft zur Verfügung stellt. Wenn sich die Menschen dagegen wehren, werden sie kriminalisiert und bedroht.

 
 

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