Sieben Landrechtsverteidiger ermordet

In nur einem Monat wurden in Guatemala sieben Landrechtsverteidiger ermordet. Bisher wurden keine Verdächtigen festgenommen.

«Jene, die mutig die Menschenrechte in Guatemala verteidigen, werden mit einer furchtbaren Regelmässigkeit ermordet», schrieb Amnesty International in einem Communiqué vom 11. Juni (auf Spanisch).

In einem einzigen Monat – zwischen dem 9. Mai und dem 8. Juni 2018 – wurden sieben Landrechtsverteidiger der Organisationen CCDA (Comité Campesino del Altiplano) und CODECA (Comité de Desarrollo Campesino) umgebracht:

  • 9. Mai: Luis Arturo Marroquín (CODECA) wurde in San Luis Jilotepeque (Jalapa) erschossen.
  • 10. Mai: José Can Xol  (CCDA) erlag seinen Schussverletzungen in Choctún Basilá (Cobán, Alta Verapaz).
  • 13. Mai: Mateo Chamám Paau (CCDA) wurde in San Juan Tres Ríos (Cobán, Alta Verapaz) umgebracht. Er war bereits früher wegen seines Engagements bedroht worden.
  • 30. Mai: Ramón Choc Sacrab (indigene Führungsperson und Regionalleiter von CCDA) wurde in Ixloq San Pedrito (Cobán, Alta Verapaz) angegriffen und starb zwei Tage später an den Verletzungen.
  • 4. Juni: Florencia Nájera und Alejandro Hernández García (Führungspersonen von CODECA) wurden südlich von Jutiapa tot aufgefunden, nachdem sie an einer Gemeindeversammlung teilgenommen hatten. Ihre Leichen wiesen Verletzungen von Macheten auf.
  • 8. Juni: Francisco Munguia (Führungsperson von CODECA) wurde in der Umgebung von Jalapa mit Macheten ermordet.

Der guatemaltekische Präsident, Jimmy Morales, hatte sich in den letzten Wochen diffamierend über CODECA geäussert und so zum Klima des Hasses und der Gewalt beigetragen.

Artikel von amerika21 vom 6. Juni / Communiqué von CODECA vom 8. Juni (auf Spanisch)

13.06.2018

 
 

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