Das Projekt

Peace Watch Switzerland entstand 2001 aus verschiedenen Begleitprojekten. Eines dieser Vorgängerprojekte war COSAR (Coordinación Suiza para el Acompañamiento de Refugiados Guatemaltecos). Von 1993-96 begleiteten Freiwillige mit COSAR guatemaltekische Flüchtlinge auf ihrem Rückweg aus Südmexiko nach Guatemala.

2003 erhielt PWS eine Anfrage von ACOGUATE, wieder freiwillige Menschenrechtsbegleitende nach Guatemala zu schicken. Zu Beginn ging es ausschliesslich um die Begleitung von Mitgliedern der Zeuginnen- und Zeugenvereinigung AJR (Asosiación para la Justicia y Reconciliación). Diese hatte zwei Hauptverantwortliche für die Massaker während des Bürgerkriegs, Romeo Lucas Garcia und Efraín Ríos Montt, mit der Unterstützung des Juristischen Zentrums für Menschenrechte (CALDH) wegen Genozids angeklagt.

Heute begleiten die internationalen Freiwilligen, die von zehn verschiedenen Entsendeorganisationen aus Europa und Nordamerika ausgebildet und nach Guatemala geschickt werden, weiterhin Zeuginnen und Zeugen von während des Bürgerkriegs begangenen Gräueln. Gleichzeitig begleiten sie auch Menschenrechtsverteidigerinnen, Bauernorganisationen, Gewerkschafterinnen und Basisorganisationen, die sich für die Rechte der - oft indigenen - Bevölkerung engagieren. Die Freiwilligen begleiten unter anderem Mitglieder der AJR und KlägerInnen oder ZeugInnen in Menschenrechtsfällen zu den Anhörungen und Gerichtsverhandlungen. Sie besuchen ZeugInnen in ihren Dörfern, begleiten MenschenrechtsaktivistInnen an Sitzungen, beobachten Demonstrationen sozialer Bewegungen u.v.m.

2017 wurden 276 Personen in 27 Munizipien, verteilt auf 12 Departemente begleitet. Nicht alle begleiteten Personen gehören einer Organisation an, jedoch die Mehrheit. Insgesamt begleitete ACOGUATE im vergangenen Jahr rund 20 Organisationen – nationale und regionale Menschenrechtsorganisationen sowie regionale und lokale Basisorganisationen und Zusammenschlüsse von Menschen, die sich für juristische Gerechtigkeit (z. B. die Zeuginnen- und Zeugenorganisation AJR) oder den Erhalt der natürlichen Ressourcen und die Unversehrtheit ihres Territoriums einsetzen. Gemeinsam ist allen Begleiteten, dass ihre Menschenrechte wegen ihrer Arbeit verletzt werden oder bedroht sind.

Lesen Sie die Eindrücke, Berichte und Recherchen der Guatemala-Freiwilligen auf unserem Blog "Unterwegs für Menschenrechte"! Ältere Berichte bis September 2015 finden sich auf unserer Website.

 
 

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