Das Projekt

Projektgebiet Magdalena Medio

Seit 2009 begleitet PWS in Kolumbien Gemeinschaften von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, welche sich im Landstreit mit Grossgrundbesitzern oder Agrarfirmen befinden. Dadurch setzen sie sich hohen Risiken aus, denn in Kolumbien sind Drohungen, Vertreibungen und die Anwendung von Gewalt gängige Mittel um politische oder wirtschaftliche Interessen durchzusetzen. Auch nach dem Friedensschluss der Regierung mit der grössten Guerillaorganisation, der FARC, hat sich die Lage nicht entspannt; Ganz im Gegenteil 2016 und der Beginn 2017 war eine der blutigsten Zeitspannen für die MenschenrechtsverteidigerInnen in Kolumbien. 

PWS begleitet zur Zeit 5 Dörfer in der Region Magdalena Medio, einem tropischen und heissen Gebiet am mittleren Laufe des Magdalena-Stroms (Kartenausschnitt rechts). Zwei dieser Dörfer gelten als Präzedenzfälle für die Landrückgabepolitik in Kolumbien und sind deshalb vermehrt einem öffentlichen Interesse ausgesetzt.

PWS sucht freiwillige MenschenrechtsbeobachterInnen in der Schweiz und den umliegenden europäischen Ländern für 4-monatige Einsätze in Kolumbien.

Die Freiwilligen werden in der Schweiz in einem 4-tägigen Training auf die Aufgabe vorbereitet und reisen in der Regel 3-6 Monate später aus.

Die Einsätze in Kolumbien haben folgende Ziele:

  • Dissuasion (Abschreckung von Aggressoren). Durch internationale Präsenz einen Freiraum für die Zivilgesellschaft zu schaffen oder zu bewahren.
  • Documentation. Die BeobachterInnen dokumentieren fortlaufend die allgemeine Lage sowie Vorfälle in den Gemeinschaften.
  • Diffusion. Die Verbreitung der Informationen zu den begleiteten Fällen in kolumbianischen und internationalen Netzwerken. In der Öffentlichkeit europäischer Länder erhalten die Gemeinschaften Visibilität, die ihnen zusätzlichen Schutz verleiht.

Aufgabe der BeobachterInnen ist es präsent zu sein, also sehen und gesehen zu werden. Gewalt scheut Öffentlichkeit. Wenn Menschenrechtsverletzungen publik gemacht werden, so schadet dies dem Ansehen eines Staates, der bestrebt ist ein angenehmes Investitionsklima für ausländische Unternehmen zu gewährleisten. Deshalb können mit der blossen Anwesenheit vor Ort Übergriffe auf die Zivilbevölkerung erschwert oder verhindert werden.

Die Nachfrage nach internationaler Begleitung von bedrohten Dörfern ist unverändert hoch. Deshalb sucht PWS weiterhin interessierte Freiwillige, die sich für die Wahrung der Menschenrechte einsetzen wollen.

 
 

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